/ Die GEW
/ GEW intern
/ Gewerkschaftstag 2009
/ Themen
Weitere BeschlüsseDie aktuelle Finanz-und Wirtschaftskrise stellt die Europäische Union (EU) und ihre Mitgliedsstaaten vor völlig neue Herausforderungen. Banken- und Unternehmenspleiten, Massenarbeitslosigkeit und sinkende Staatseinnahmen bedrohen Wirtschafts-und Sozialsysteme und gefährden die Demokratie in Europa.
Der Gewerkschaftstag hat die Forderungen des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) für ein erweitertes Konjunkturprogramm bekräftigt und betont, dass soziale Grundrechte Vorrang haben müssen. In ihrem Beschluss fordert die GEW dazu auf, die Demonstration für ein soziales Europa am 16.Mai in Berlin zu unterstützen.(hari)
100.000 demonstrieren für ein soziales Europa
Zeitgleich zum Gewerkschaftstag trafen sich in Leuven die Bildungsminister aus 45 europäischen Staaten. Anlass für den Gewerkschaftstag, an sie den Appell zu richten, einen radikalen Kurswechsel im Bologna-Prozess vorzunehmen. Seit zehn Jahren steht Bologna auf der politischen Tagesordnung. Aus Sicht der GEW allerdings kein Grund zum Feiern. Denn die ehrgeizigen Ziele, Internationalisierung von Studium und Forschung sowie die Mobilität der Studierenden erheblich zu verbessern, sind bis heute nicht realisiert worden.
Im Gegenteil. Die Mobilität der Studierenden habe abgenommen, die Zahl der Studienabbrecher sei gestiegen, die Arbeitsbelastung des wissenschaftlichen Personals größer geworden. Und dies bei gleicher oder schlechter werdender Bezahlung, stellten die Delegierten in der Diskussion fest.
Die GEW fordert keine Abkehr vom Bologna-Prozess, sondern will die soziale Dimension dabei stärken, die Chancengleichheit vergrößern, mehr Durchlässigkeit zwischen den neuen Studiengängen Bachelor und Master erreichen und eine uneingeschränkte Mobilität im europäischen Hochschulraum durchsetzen, sowohl für die Studierenden als auch für die Beschäftigten.